Es ist ein Thema, das viele Menschen bewegt: Immer mehr Frauen sind berufstätig – wie verändert sich dabei die Rolle der Frau und die der Männer? Eine unkomplizierte Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Beruf ist in vielen Ländern noch immer keine Normalität. Waschmittelhersteller sind im Allgemeinen nicht dafür bekannt, Konstruktives zu dieser Diskussion beizutragen. Bei Persil, Weißer Riese, Coral, Lenor, Spee und Co. schwingt in den meisten Werbespots – mal mehr, mal weniger offensichtlich – mit, dass Hausarbeit und Waschen auch heute in erster Linie Frauensache sei.

#sharetheload

Ariel India zeigt nun, dass es auch anders geht. Unter dem Hashtag #sharetheload verbreitet das Unternehmen in den sozialen Medien derzeit ein Video, das berührt. Ein Vater beobachtet seine erwachsene Tochter, wie diese Kinder, Haushalt und Job gleichzeitig „schmeißt“. Ihr Ehemann sitzt währenddessen vor dem Fernseher. Die altersweise Einsicht des Vaters: Er bereut, dass er seiner Tochter nie beigebracht hat, dass der Haushalt nicht allein ihre Aufgabe ist. Er beschließt, zukünftig mit gutem Beispiel voranzugehen und seiner eigenen Frau zumindest mit der Wäsche zu helfen.

Fragen und Mitgefühl

Was banal klingt, ist im Video sehr emotional umgesetzt. Es überzeugt letztlich damit, dass es die männliche Perspektive einnimmt. Die Botschaft lautet: Es ist nie zu spät ist, etwas zu verändern und man fängt am besten bei sich selbst an. Das kommt keineswegs didaktisch daher, sondern wirft Fragen auf und weckt Mitgefühl. Ariel India zeigt, wie man mit einem gesellschaftlichen Thema, das die Menschen bewegt, erfolgreich PR umsetzen kann. Sicher wird es auch Menschen geben, die inhaltlich nicht mit der Aussage der Kampagne übereinstimmen oder die emotionale Ansprache in gleichgültiger bis zynischer Form abschmettern. Das Beispiel zeigt jedoch, dass sich auf diese Weise große Aufmerksamkeit auf eine Marke ziehen lässt. Anders als über ewig gleiche Waschmittelwerbespots wird über diese Kampagne international berichtet. Die Kombination aus einem aktuellen, kontroversen Thema und starker Emotionalität macht das Video interessant und birgt ein hohes Potential viraler Reichweite.

Zeitgemäß und verbindend

Wichtig ist dabei Authentizität. Die Marke wird nur am Ende des Videos eingeblendet. Sie spielt nicht die Hauptrolle, gewinnt aber trotzdem an positiven Attributen: Sie ist zeitgemäß, verbindend, für alle da. Dies sind emotionale Assoziationen, die auf andere Art zum Kauf motivieren, als die Aussage: „Wäscht weißer als weiß.“

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Ihr habt Fragen, Anregungen, weitere Ideen? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Foto: Ariel India/YouTube

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