Kämpferisch, unglaublich engagiert und mit einer guten Portion Wikinger-Wumms – so präsentierte sich die isländische Fußball-Elf bei den Spielen um die Europameisterschaft 2016. Ihre Einsatzbereitschaft, ihr Teamgeist und ihr fester Glaube daran, auch als Underdog die „großen“ Teams schlagen zu können, haben der Mannschaft große Sympathien eingebracht. Hierzulande haben ihnen viele die Daumen gedrückt und mitgelitten, als die Isländer im Viertelfinale gegen Frankreich ausgeschieden sind. Die Begeisterung des isländischen Teams und seiner Fans hat Spaß gemacht – so sehr, dass viele sofort in den Flieger steigen würden, um das kleine nordische Inselvölkchen selbst kennenzulernen, oder am liebsten gleich nach Island auswandern würden. Klingt verlockend, aber was sollte unsereins dort als PR-Beraterin tun?

PR = Mundpropaganda?

PR in IslandIsland ist ein etwa 100.000 Quadratkilometer kleines Land mit einer eigenen Sprache, die von etwas mehr als 300.000 Einwohnern gesprochen wird. Es scheint praktisch jede Isländerin und jeder Isländer mindestens einen ihrer Nationalspieler persönlich zu kennen. Ich stelle mir daher die Frage: Spricht sich hier nicht sowieso alles per Mundpropaganda herum? Brauchen die Isländer überhaupt PR? Funktioniert Öffentlichkeitsarbeit in Island wie in einer mittelgroßen Stadt hier in Deutschland? Die Medienlandschaft ist übersichtlich, die Liste isländischer Zeitungen, Radiosender und Fernsehsender recht kurz.

PR in IslandPR international denken

Isländische PR-Agenturen gibt es – Athygli bezeichnet sich als die größte. Die Agentur Iceland Cool ist spezialisiert auf die Tourismusbranche. Auch der Nachwuchs wird offenbar gefördert, immerhin gibt es an der University of Iceland einen Studiengang „Marketing und Public Relations“. Guðjón Pálsson, Präsident des isländischen Public Relations Verbandes, beschreibt den PR-Markt Islands als jung und dementsprechend noch nicht voll entwickelt. Er sieht die Zukunft in internationaler PR. Isländische Unternehmen seien vor allem in den Bereichen financial, retail, high-tech in globalen Märkten aktiv. Viele dieser Firmen hätten jedoch die Bedeutung und das Potential professioneller PR-Strategien noch nicht erkannt. Hier sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig.

Das Wikinger-Image

Isländische Geschäftsleute gelten als spontan und unberechenbar, so Pálsson. Eine Eigenschaft, die auf jeden Fall zum Wikinger-Image passt. Wenn das Vorurteil stimmt, müssen sich PR-Berater auf diese Besonderheit einstellen. Ich berate mehrere internationale Unternehmen und habe schon oft festgestellt, wie sehr sich landestypische Mentalitäten unterscheiden und wie stark Arbeitsweisen und Entscheidungen davon abhängig sein können. Diese Eigenheiten kennenzulernen und ein Fingerspitzengefühl dafür zu entwickeln, ist sehr wichtig in der internationalen PR-Arbeit.

Flug ist so gut wie gebucht
Geysir Island

PR in Island hört sich nach spannender Pionierarbeit an. Ob es mich dort hinzieht? Ich war noch nie dort. Auf der Pro-Seite stehen die außergewöhnlichen Menschen, Gletscher, Vulkane, Geysire, auf der Kontra-Seite die dunklen Winter, das raue Klima und: ich habe mir sagen lassen, dass es auf Island keine Bäume gibt. Ich muss mir wohl selbst ein Bild machen. Das nächste Urlaubsziel steht fest: Island, ich komme!

Ihr habt Fragen, Anregungen, weitere Ideen? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Merken

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s