Alle sprechen von „Content“ und „Storytelling“. Sind die Ideen zu Themen und Geschichten einmal entwickelt, geht es darum, diese ansprechend zu Papier zu bringen. Ein gut geschriebener Text, den die Zielgruppe gerne liest, ist hier gefragt. Da es keine festen Regeln gibt, heißt es selbst für Naturtalente: Übung macht den Meister oder die Meisterin. Fünf Tipps, die Euch beim Feilen am eigenen Schreibstil helfen sollen, möchte ich Euch ans Herz legen:

1. Der richtige Ton

Bevor es ans Schreiben geht, sollte klar sein, für welches Medium und für welche Zielgruppe der Text bestimmt ist. Bei einem Artikel für Fachmagazine ist es empfehlenswert eher sachliche Formulierungen zu wählen. Ein Beitrag in einem Lifestyle-Blog oder einen E-Mail-Newsletter kann da schon etwas lockerer ausfallen.

2. Füllwörter – weniger ist mehr

Umgangssprache in einen geschriebenen Text einfließen zu lassen, kann ihm Lebendigkeit und Authentizität verleihen. Viele verwenden beim Sprechen Füllwörter: eben, halt, eigentlich, also, übrigens, doch, dadurch, wohl, aber, schon… Je nach Zusammenhang sind sie für den Sinn durchaus notwendig. Häufig verwenden wir sie beim Sprechen jedoch, obwohl sie verzichtbar wären. Dann blähen sie den Satz unnötig auf. Darunter leidet die Aussagekraft des Textes. Ein Wort, das ich sehr bedacht einsetze, ist „natürlich“. Ich verwende es nur dann, wenn es etwas beschreibt, das „in der Natur“ vorkommt. Im Sinn von „selbstverständlich“ hingegen verwässert es die Aussage. Das würde so klingen, als ob ich über etwas schreibe, das schon jede*r weiß – wie langweilig…

Schlecht: Übrigens wirkt sich der Klimawandel natürlich doch auch auf den Meeresspiegel aus und gefährdet dadurch wohl auch die Küstenstädte.“

Besser: Der Klimawandel wirkt sich auf den Meeresspiegel aus und gefährdet die Küstenstädte.“

3. Sätze entschachteln

Die deutsche Sprache lässt sie zu, aber zur guten Lesbarkeit und Verständnis tragen sie nicht bei: die Schachtelsätze. Das Ideal des gekonnten Schreibens ist einfach, pur, verständlich: Hauptsatz, Punkt und weiter. Das soll nicht heißen, dass ich den Variantenreichtum der Sprache nicht schätze. Aber wenn sich zu einem Hauptsatz ein Nebensatz, ein Einschub oder ein erweiterter Infinitiv gesellt, reicht das. In der Kürze liegt die Würze.

Schlecht: „Bevor der Kuchen zum Backen in den Ofen kommt, der bereits vorgeheizt ist, stellen Sie ihn auf ein Blech, wo die Streusel gleichmäßig verteilt werden.“

Besser: „Den Kuchen auf ein Blech stellen. Die Streusel gleichmäßig verteilen. Anschließend im vorgeheizten Ofen backen.“

4. Passiv vermeiden

Wer? Was? Wann? Wo? – das sind die Fragen, die uns allen auf der Seele liegen. Wenn wir einen Text lesen, wollen wir Antworten erfahren. Passivformen sollten daher besser die Ausnahme bleiben. Aber Vorsicht: Um das Passiv zu vermeiden, schleicht sich häufig das Wörtchen „man“ ein. Passiert dies zu häufig, trägt das ebenso wenig zu einem guten Stil bei. Ich frage mich immer: Wer hat das getan? Wenn ich die aktive Person oder Gruppe benennen kann, wird die Aussage viel präziser und ausdrucksstärker.

Schlecht: „Der Garten kann so gestaltet werden, wie es gefällt. Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.“

Besser: „Der Garten lässt sich so gestalten, wie es den Bewohnern gefällt. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.“

5. Präzise sein

Händelbar oder handhabbar, einsatzbereit oder einsetzbar – besonders bei Adjektiven lohnt es sich, präzise zu sein und das exakt passende zu finden. Es gibt viele Fallen, in die man unbedacht tappt. Mein Tipp: Überlegt Euch bei jedem Satz, ob er genau das zum Ausdruck bringt, was Ihr sagen wollt, oder ob ihn jemand falsch verstehen könnte. Nur dann seid Ihr sicher, dass Eure Botschaft richtig ankommt.

Fünf Tipps zur Verbesserung des eigenen Schreibstils

Ihr habt Fragen, Anregungen, weitere Ideen? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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4 Gedanken zu “Eine Frage des Schreibstils – fünf praktische Tipps

  1. Ich finde es wichtig, dass Autoren Ihre Texte grundsätzlich knapp halten. Immerhin beanspruchen sie die wertvolle Zeit ihrer Leser. Das gilt für unnötige Füllwörter (siehe Punkt 2), aber auch ganz allgemein: Redundanzen vermeiden, ellenlange Berufsbezeichnungen eindampfen, auf den Punkt kommen etc…

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